Übungs-Pressluftatmer für die Jugendfeuerwehr

Bereits seit 1989 besteht beim Löschzug 12 eine Jugendgruppe. Zu den Inhalten des Jugendfeuerwehrdienstes gehören natürlich auch immer wieder Feuerwehr-Themen und realistisch dargestellte Übungen. Zu diesen Übungen gehören auch sogenannte "Nebelübungen" wie einfache Innenangriffe in mittels Nebelmaschine verrauchte Räumen. Im theoretischen Unterricht wird den Jugendlichen jedoch sinngemäß vermittelt, dass verrauchte Räume nur mit entsprechendem Atemschutz betreten werden dürfen. In der Vergangenheit wurden daher ältere Jugendliche und Anwärter für den aktiven Löschzugdienst mit nicht angeschlossenen Pressluftatmern im Rahmen der Brandbekämpfung in Übungen eingesetzt. Dies hatte zur Folge, dass beispielsweise die Angriffstrupps beim Löschangriff immer ähnlich besetzt wurden, die jüngeren Mitglieder der Jugendgruppe weniger in den Genuss kamen, auch mal die in ihren Augen "besseren" Aufgaben übernehmen zu können. Ein neues Pflichtbewusstsein und ausdrückliche Hinweise in Dienstvorschriften verbieten nicht ausgebildeten Kameraden und ganz besonders der Jugendfeuerwehr das Tragen von Pressluftatmern und anderen Atemschutzgeräten auch ohne das Anschließen einer Maske.

Zur Lösung des Problems wurden eigene Geräte für die Jugendlichen gebaut, welche einen Pressluftatmer simulieren. Die selbst erstellten Übungs-Pressluftatmer sind wirklich leicht sind und dürfen in Einklang mit den Dienstvorschriften benutzt werden.

Aus zirka acht Millimeter starken Sperrholzplatten wurden die Tragegestelle mit einer Stichsäge ausgesägt. Anschließend wurden die Löcher zur Befestigung der Atemluftflaschen gebohrt und die Schlitze zum Durchfädeln der Bebänderung hergestellt. Als Vorlage diente eine Schablone, welche anhand der echten Pressluftatmer erstellt und etwas verkleinert sowie modifiziert wurde. Die fertigen Tragegestelle sind zirka 60 mal 30 Zentimeter groß und wurden von beiden Seiten schwarz gestrichen.

Die Atemluftflaschen werden durch gelb-gestrichene Regenrohre, an deren Ende jeweils eine mit einer Heißklebepistole angeklebte Styroporkugelhälfte die Rundung bildet, simuliert. Die Gesamtlänge der Atemluftflaschen beträgt inklusive Rundung 50 Zentimeter, ohne die Styroporkugeln 38 Zentimeter. Die Atemluftflaschen wurden mittels zweier Holzschrauben an die Tragegestelle geschraubt. Die Tragegurte sind herkömmliche verstellbare Spanngurte aus dem Baumarkt. Das Gewicht eines kompletten Geräts liegt unter zwei Kilogramm, sodass die Geräte natürlich von Jugendlichen aller Altersklassen getragen werden können.

Beim Projekt "Tag wie bei der Berufsfeuerwehr" im Jahre 2009 wurden die insgesamt acht identischen Übungs-Presluftatmer den Jugendlichen übergeben und erstmals eingesetzt. Die sehr realistisch aussehenden Geräte wurden von den Jugendlichen gut angenommen und sind mittlerweile fester Bestandteil der Übungen der Jugendfeuerwehr - auch andere Jugendgruppen haben sich die Geräte für besondere Übungen bereits ausgeliehen.

Überarbeitung der Übungspressluftatmer im Jahre 2015

Nach über fünf Jahren hatten die Übungs-Pressluftatmer durch die häufige Nutzung zahlreiche Gebrauchsspuren und teilweise auch Schäden erlitten. Eine Überarbeitung aller acht Pressluftatmer wurde vorgenommen - dazu wurden die Pressluftatmer zunächst komplett zerlegt. Danach wurden die Tragegestelle der Geräte neu gestrichen. Die größten Schäden waren jedoch an den simulierten Atemluftflaschen aufgetreten. Die Rundungen aus Styroporkugelhälften waren zum Teil stark eingedrückt und der gelbe Lack war insgesamt stark zerkratzt bzw. vermackt worden. Die Flaschen erhielten also einen neuen Anstrich. Dazu wurden alle Flaschen angeschliffen, neu grundiert und wiederum gelb lackiert. Dazu kam eine auflackierte Beschriftung "Atemluft 300 bar" sowie von der Firma MSA Auer zur Verfügung gestellte farbige Logos.

Die Rundungen werden nun durch lackierte Metallkugelhälften dargestellt. Analog zu den echten Pressluftatmern wurden die oberen Metallkugelhälften gelb, die unteren schwarz-weiß lackiert. Zur Befestigung der Metallkugelhälften wurde an jedes Ende der Atemluftflaschen jeweils ein T-Stück aus Holz montiert, sodass die Metallkugelhälften verschraubt werden konnten. Die Befestigung von Tragegestell und Flasche ist mittels zweier Holzschrauben gleich geblieben, jedoch wurde die Befestigung durch zwei Holzklötze im Innern der Flasche verstärkt. Durch die Überarbeitung der Pressluftatmer stehen nun wieder alle acht Übungsgeräte zur Verfügung, dazu konnte durch die vorgenommenen Veränderungen die Optik der Übungs-Pressluftatmer gegenüber der Vorgängerversion deutlich verbessert werden.