06.10. bis 17.11.2016: Ausbildungsblock "Technische Hilfeleistung"

Im Herbst stand beim Löschzug 12 ein intensiver Ausbildungsblock zu den Themen "Technische Hilfeleistung" und "patientengerechte Rettung aus verschiedenen Lagen" auf dem Dienstplan, welcher in der vergangenen Woche endete. Dabei ging es nicht mehr nur noch um Grundlagenschulung, sondern der vorhandene gute Ausbildungsstand in diesen Bereichen sollte erweitert und sinnvoll ergänzt werden.

Den Auftakt zur Ausbildungsreihe bildete ein Dienstabend, der im Rahmen der regelmäßigen Erste-Hilfe-Schulungen bei der Feuerwehr stattfand. Hier wurden anhand von Fallbeispielen unterschiedliche Einsatzszenarien in Kleingruppen aufgearbeitet. Die Gruppenergebnisse wurden anschließend vorgestellt und erörtert.

Bereits am folgenden Dienstabend ging es an die Praxis. Ein Übungs-PKW sollte in verschiedenen Lagen stabilisiert werden. Dabei wurde der Schwierigkeitsgrad von Übung zu Übung erhöht. Während es relativ einfach ist, einen stehenden verunfallten PKW zu sichern, ist es bei auf der Seite oder auf dem Dach liegenden Fahrzeugen deutlich schwieriger. Mehrere Kleingruppen probten hintereinander den Wettlauf mit der Zeit. Um den eigenen Horizont zu erweitern und Alternativen zum Standard zu entwickeln, wurden von Übung zu Übung diverse Geräte außer Acht gelassen. Unterschiedliche Methoden und eine gewisse Flexibilität werden so erlernt.

In der folgenden Woche wurde der Schwierigkeitsgrad der kleineren Übungseinheiten nochmals erhöht, denn nun galt es, zusätzlich einen Patienten in verschiedenen Positionen in dem Übungs-PKW zu versorgen und zu befreien. Die richtige Versorgung von Unfallopfern ist immens wichtig, um den Patienten vor weiteren Schäden zu bewahren. Auch hier wurden verschiedene Situationen durchgespielt, beispielsweise hing ein Übungsdummy kopfüber in seinem Gurt in einem überschlagenen PKW, alternativ hing er eingeklemmt auf einem Sitz in seinem auf der Seite liegenden Fahrzeug fest.

Eine Woche später stand eine größere praktische Übung auf dem Plan. Ein PKW liegt auf der Seite, der Fahrer hängt auf seinem Sitz in luftiger Höhe fest, zusätzlich liegt eine leblose Person in der Nähe des Fahrzeugs auf dem Boden, Betriebsstoffe laufen aus. Zwei Fahrzeuge des Löschzuges rücken an. Lageerkundung durch den Gruppenführer, dann folgt der ein gewisser Ablauf: Der Patient im PKW wird betreut, die Person am Boden (ein Reanimationsdummy) wird reanimiert, dazu Sicherung des verunfallten PKW sowie der Einsatzstelle und Aufbau von Beleuchtungsgeräten. Ebenso zügig werden die zur Rettung erforderlichen Geräte bereitgestellt, die Befreiung des Patienten aus dem PKW kann erfolgen. Glasmanagement, hydraulisches Rettungsgerät, die Handgriffe sitzen! Bereits nach kurzer Zeit liegt der Patient auf dem Spine-Board und wird aus der Einsatzstelle verbracht - Übungsende und kurze Manöverkritik.

Doch nicht nur im Straßenverkehr kann es zu Einsätzen kommen, bei denen eine verunfallte Person aus einer Zwangslage befreit werden muss. Bauunfälle stellen beispielsweise eine weitere Möglichkeit dar. Diesem Thema widmeten sich die nächsten zwei Übungsabende. Zunächst wurden die verschiedenen Möglichkeiten des Hebens von Lasten besprochen. Im Anschluss wurde ein ausrangierter Abrollbehälter mit hydraulischen Winden in verschiedene Höhen gehoben und mittels Holz gesichert.

Zum zweiten Teil des Themas "Bauunfälle" wurden drei verschiedene Übungen durchgeführt - gleichzeitig auch der Abschluss des gesamten Ausbildungsblocks. Die Übungen wurden durch vier Löschzugmitglieder vorbereitet, jeweils eine Löschfahrzeugbesatzung rückte an und musste die Übung wie einen Einsatz abarbeiten. Die erste Übungslage sah eine Person eingeklemmt unter einem LKW-Aufbau vor. Nachdem der Gruppenführer die Lage erkundet hatte, wurde der LKW-Aufbau mit Holz unterbaut und dann angehoben. Parallel dazu fand eine Patientenversorgung durch die Kräfte des Löschzuges 12 statt, ein anwesender Notarzt wurde - wie auch in den folgenden Übungen - angenommen. Die Ausleuchtung des Geländes bei diesen Übungen ist genauso selbstverständlich, wie eine simulierte Rückmeldung des Gruppenführers an die Leitstelle. Die zweite Übung sah eine Person eingeklemmt zwischen Betonfertigteilen auf einer Baustelle vor. Die Person war mit den Beinen eingeklemmt, der Oberkörper hing kopfüber hinab. Umgehend wurde der Oberkörper mit den auf der Baustelle liegenden Materialien in eine Horizontale gebracht. Dann wurde - soweit möglich - das Spine-Board untergeschoben. Nach dem Sichern der Betonteile wurden diese angehoben und der Patient befreit. Ebenso wie bei der ersten Übung die parallele Versorgung des Patienten. Die dritte und letzte Übung hatte zum Ziel, eine in eine Baugrube gestürzte Person zu befreien. Hier war das Retten des Patienten mittels Spine-Board aus der Baugrube die Hauptaufgabe für die Übungsteilnehmer. Auch diese Übung wurde erfolgreich abgearbeitet. Gut gerüstet für die Zukunft, kehrten die Mitglieder des Löschzuges zurück zum Feuerwehrhaus. Noch am gleichen Abend wurden alle eingesetzten Geräte durchgesehen und gereinigt, erst dann war dieser Ausbildungsblock endgültig abgeschlossen.