12.05.2016: Gefahrgutübung am Übungsdienst

Ein leichter Rinnsal bahnt sich seinen Weg von der Ladefläche des Gefahrgut-LKWs auf den Asphalt. Der Fahrer stoppt sein Gefährt auf dem Parkplatz der Nahverkehrsanlage in Buer und öffnet die Ladeluke. Sofort ist ein scharfer Geruch wahrnehmbar und Nebel breitet sich aus. Ein Spaziergänger kommt neugierig herbei und alarmiert die Feuerwehr. Wenige Minuten nach Alarmierung trifft der Löschzug 12 mit drei Fahrzeugen an der Einsatzstelle an. Der Einheitsführer erkennt sofort die Lage und trifft erste Entscheidungen. Lageerkundung, Gefahrenerkennung, Absperrmaßnahmen, Menschenrettung, Nachforderung weiterer Kräfte sowie der Aufbau der Not-Dekon waren die ersten Einsatzmaßnahmen.

Was wie ein schlimmer Ernstfall klingt, waren die ersten Minuten einer Gefahrgut-Einsatzübung, die sich mehrere Löschzugmitglieder in akribischer Genauigkeit in den Wochen zuvor ausgedacht hatten. Von Ladepapieren bis hin zur sachgerechten Kennzeichnung des Fahrzeugs war an alles gedacht.

Lernziel sollte zum einen die Auffrischung der Feuerwehr-Dienstvorschrift FwDV 500 in praktischer Form sein, zum anderen sollten die Löschzugmitglieder sehen, dass sich mit den Einsatzmitteln des Löschzuges 12 eine Gefahrgutlage durchaus sicher beherschen lässt.

Nach den oben genannten Erstmaßnahmen folgten Maßnahmen wie:

 Nähere Erkundung des Lastkraftwagens durch Einsatzkräfte mit entsprechender Schutzkleidung

 Sicherstellen des Brandschutzes

 Einsatz von Messgeräten vom ABC-Erkundungskraftwagen

 Abdichten der Leckage an einem Großbehälter

 Bergen kleinerer intakter Behältnisse mit verschiedenen Haushaltschemikalien

Auch die für die Übung eingeteilten Führungskräfte des Löschzuges waren gefordert: So wurden Einsatzabschnitte gebildet, aber auch Führungsmittel wie Lagekarten und Nachschlagewerke mussten genutzt werden. Außerdem waren sie im Vorfeld der Übung über die zu erwartende Lage nicht informiert worden.

Die Übung wurde natürlich unter Beachtung des Eigenschutzes durchgeführt, wobei Chemikalien-Schutzanzüge in Form II als ausreichend angenommen wurden und Atemschutzgeräte nur simuliert wurden.

Nach der knapp dreistündigen Übung erfolgte noch eine ausgiebige Nachbesprechung, in der es viel Lob gab, aber auch kleinere Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden konnten.